Warum wir blaue und gelbe Elemente benutzen

Warum wir blaue und gelbe Elemente, sprich Dualgassen und Pylonen, benutzen, hängt mit dem Farbsehen des Pferdes zusammen.

Das Farbsehen der Pferde ist u.a. an der University Wisconsin untersucht worden und das Ergebnis verblüfft viele Pferdebesitzer doch deutlich. Das Pferd besitzt, im Gegensatz zum Menschen, nur zwei Farbzapfen. Das Pferd ist ein sogenannter Dichromat. Es erkennt Blauviolett und Gelbgrün. Daraus resultierend kann ein Pferd die Farben blau und gelb besonders gut erkennen und einen gewissen Anteil grün. Die restliche Welt sieht ein Pferd – aus unserer Sicht sehr ernüchternd- in diversen Grauschattierungen.

Zusätzlich geht das Farbsehen mit Verlust des Formensehens einher. Je mehr Farben ein Pferd sehen würde, desto weniger Formen könnte es noch erkennen.

Wir können uns dies besser vorstellen, wenn wir eine schwarz-weiß Aufnahme mit einer Wärmebildkameraaufnahme vergleichen. Die schwarz-weiß Aufnahme ist für uns sehr kontrastreich und einzelne Umrisse und Schattierungen sind deutlich erkennbar. Die Wärmebildaufnahme hingegen ist weniger deutlich und unterscheidet sich nur durch unterschiedliche Farben, aber nicht durch konkrete Formen oder Konturen. Das Pferdeauge nimmt dies auf ähnliche Weise war. Es sieht Konturen und Umrisse besser, sieht also das Raubtier im Gebüsch.

Unsere Trainingsmethoden und ihre unterschiedlichen Ziele/Schwerpunkte

Die blau-gelbe Welt ist gezeichnet von vielfältigen Trainingsmethoden und ist somit bestens für jede reiterliche Sparte und jedes Pferd/Mensch-Paar geeignet, Alter unabhängig.

Unsere Schwerpunkte sind im Wesentlichen der Muskelaufbau, Muskelerhalt, Förderung der Koordination und Balance von Pferd und Reiter, Förderung der Geraderichtung und Stärkung der Beziehung an und mit dem Pferd.

Säulen der blau-gelben Welt

Das Training der blau-gelben Welt stützt sich auf Säulen, die die Basis unserer Arbeit bedeuten.

Säule I:

Die Konzentration des Menschen.

Hier gilt der Leitsatz: Wenn du beim Pferd bist, bist du beim Pferd.

Wir benötigen unsere volle Konzentration für das Pferd, um kleinste Muskelzuckungen, Ohrenspiele etc. erkennen zu können. Jede Ablenkung von außen verhindert ein optimales Training.

Säule II : Die Konzentration des Pferdes.

Wir müssen es aufmerksam und neugierig halten (dabei hilft uns beispielsweise unsere Körperhaltung deutlich) und müssen für eine optimale Reizverarbeitung sorgen (kleine Pausen, Nutzung des Equiplaces), damit wir den bestmöglichen Trainingseffekt erreichen können.

Dabei gilt, dass Stress und Druck für das Pferd vermieden werden sollten. Sobald das Pferd sich einem Stress ausgesetzt fühlt, schüttet es sogenannte Glukokortikoide aus. Diese hemmen das Lernzentrum (Hippocampus) dabei, die frisch gelernten Informationen abzuspeichern. Dem Pferd wird der Lerneffekt genommen.

Säule III:

Die Art der Aufgaben, die Übungen, die Farbe der Gassen.

Die Art der Aufgaben sind einfach aber effektiv gewählt. So befinden wir uns viel auf der Kreislinie (Volten, Zirkel, aus der Ecke kehrt) oder reiten in Kreislinien (Kleeblatt, Dreieck, halbe Volte-Gerade). Die Übungen und die eingebundenen Handwechsel, wie auch die Gasse als unser optisches Hilfsmittel, helfen dem Pferd, die Aufgaben korrekt bewältigen zu können.

Körperhaltung

Folgende Körperhaltung ist uns -in jeder Trainingsmethode!- wichtig:

Wir wollen, dass das Pferd sich in den Kopfgelenke (die sog. Hinterhauptbeine) stellen lässt.
Wenn das Pferd nun zusätzlich in die Dehnungshaltung kommt (Maulspalte nicht höher als Buggelenk und nicht tiefer als Karpalgelenk), das Nacken-Rückenband locker aufspannt, die Hanken (Hüfte, Knie- und Sprunggelenk) beugt, mit dem inneren Hinterbein unter den Schwerpunk tritt (im Idealfall in die Spur des Vorderhufes) und dadurch die Bauchmuskulatur aktiviert (die u.a. das Gewicht der Eingeweide tragen muss), befindet es sich in der optimalen Körperhaltung, um den Muskelaufbau zuzulassen.

Der Sitz des Kappzaumes

Unser Geitner-Kappzaum besteht aus Biothane. Biothane ist ein Leder-Alternativ-Produkt und ist zum einen sehr pflegeleicht, zum anderen erwärmt es sich durch die Körperwärme und dehnt sich.

Der Kappzaum sollte den Druck gut verteilen, sollte nicht auf die empfindlichen Nervenbahnen am Kopf drücken, der Nasenriemen sollte zwei Finderbreit unter dem Jochbein sitzen und das Backenstück sollte die Kautätigkeit des Kiefers nicht einschränken.

Um letzteres zu überprüfen, empfiehlt es sich, den Kautest zu machen. Hierzu führt man seinen Daumen oder Zeigefinger seitlich in die Maulspalte ein und überprüft, ob das Pferd noch abkauen kann.

Die Skala der Ausbildung in der blau-gelben Welt

Auch in der blau-gelben Welt kommen wir um die Skala der Ausbildung nicht herum. Jedoch haben wir sie nach unseren Bedürfnissen leicht abgewandelt.

Unsere Skala setzt sich wie folgt zusammen:

Aufmerksamkeit: ausgeglichene Aufmerksamkeit zwischen Pferd und Reiter

Losgelassenheit: ein psychisch und physisch entspanntes Pferd

Takt: Finden eines gleichmäßigen Taktes in allen Gangarten

Anlehnung: Erarbeiten der Dehnungshaltung und späteren Anlehnung am Gebiss und der Reiterhand

Balance: Erarbeiten einer Körperbalance und Koordination, daraus resultierend die Geraderichtung

Schwung: Förderung der raumgreifenden Bewegungen, u.a. nötig, um in die gute Hankenbeugung zu kommen

Versammlung: nur möglich, wenn alle Punkte der Ausbildungsskale erarbeitet sind.

Die Skala der Ausbildung ist als ein Leitfaden zu verstehen. Die Punkte bauen aufeinander auf und greifen ineinander.